Wie kommt Dorfrichter Adam zu Fall? Dies wurde am 11.03.26 vom THEATERmobileSPIELE aus Karlsruhe in einer kreativen Inszenierung von Kleists Bühnenstück und der Abipflichtlektüre „Der zerbrochne Krug“ gezeigt. Zum Greifen nah erlebte das Publikum das Schauspiel und verfolgte mit vielen verschiedenen Emotionen die Aufführung. Vor rund 180 Schülerinnen und Schülern schlüpften zwei Schauspieler abwechselnd in die Rolle aller Figuren und spielten anschaulich unter Zuhilfenahme von körpergroßen Puppen den Prozess um den zerbrochenen Krug. Die Vorstellung war aus diesem Grund „anders“ als gewöhnlich, meldeten Schülerinnen rück, denn „normalerweise werde im Theater jede Rolle von einem eigenen Schauspieler bekleidet“. Daran werden sich vielleicht einige der Oberstufenschüler noch bei der Vorbereitung auf die bevorstehenden Abiturprüfungen erinnern. Vielleicht auch daran, dass aus Gerichtsrat Walter eine Gerichtsrätin wurde, denn dies war überraschend und wurde auch im anschließenden Nachgespräch hinterfragt. Interessant war darüber hinaus das Bühnenbild, bei dem Aktenordner als Sinnbild für Prozessakten und eine vorhandene Ordnung standen. Diese wurden nach und nach abgenommen, sodass die Fassade der Hauptfigur, Dorfrichter Adam, und ihre Macht zu bröckeln begann. Zeugenaussagen deckten das Lügenkonstrukt des Dorfrichters nach und nach auf. Auch der rote Faden, der von Adam innerhalb des Bühnenraums verlegt wurde, half schlussendlich nicht mehr, die Fährte, die zu ihm führte, zu verschleiern. Sein Machtmissbrauch vor allem bei der jungen Eve wurde auch in dieser Inszenierung aufgedeckt und er floh aus dem Gerichtssaal. Wir bedanken uns herzlich für die gelungene Inszenierung des Ensembles und die Möglichkeit anschließend Fragen zu stellen. Wir freuen uns bereits auf eine weitere Vorstellung im nächsten Jahr.
Foto: Wortmann
